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Avantgarde und Antimoderne

Fach: 
Kunstwissenschaft und Medientheorie
Veranstaltungstyp: 
Blockseminar
Zeit: 
freitags 13 – 17 Uhr ; samstags 10 – 14 Uhr Termine: 04. / 05.06. , 11. / 12.06., 18. / 19.06. 
Ort: 
Raum 112 (Großer Seminarraum)

Gerne wird noch heute in der Avantgarde das Flaggschiff der Moderne gesehen. Momente des Schocks, der Ausnahme und der Provokation werden herausgestellt, um ästhetische Radikalität als die typische Ausdrucksform des 20. Jahrhunderts – als das Wesen moderner Kunst – zu deuten. Dabei war der überwiegende Teil der Avantgarde von einem tiefen und umgreifenden Misstrauen gegenüber dem herrschenden Zeitgeist geprägt. Denn Avantgardist war nur, wer genügend Dissens betonte und Widersetzlichkeit demonstrierte. Das damit vertretene Künstlermodell war also keineswegs neu, schon gar nicht revolutionär und soll durch die Fragestellung des Seminars: Wie romantisch war die Avantgarde? historisch verortet werden. Ausgehend von Werken des Surrealismus, die einem wild tagträumenden Genie zu entspringen hatten, gibt das Seminar Einblicke in die Kunstmentalität der Avantgarde. Zentrale Positionen des Dadaismus, des italienischen Futurismus, des Suprematismus und des Situationismus werden mit Blick auf ihre ablehnende, antimoderne, romantisch gestimmte Grundhaltung untersucht. Jeweils sollen dabei die Textmanifeste mit den Bildpostulaten vergleichend diskutiert und so die Konturen avantgardistischer Kunstbegriffe geschärft werden.