Stipendien 2010
Am 26. Oktober wurden die Stipendien der Gesellschaft zur Förderung der Kunst und Medientechnologie 2010 überreicht. Die Preissumme beträgt insgesamt 27.500 €.
1. Das Gunther-Schroff-Stipendium (5.000 €)
Oh!Camp
Kunst– und Designcamp der HfG Karlsruhe (9 Studierende, Prof. Pfeffer)
Niklas Horn, Marko Grewe, Kristina Pruß, Silvia Posavec, Fanny Kranz, Lisa Stöckl, Henrike Polek, Yiquing Meng, Jens Stober
Mit Oh!Camp im Frühjahr 2010 haben Studierende der HfG Karlsruhe eine Initiative für „Jugend gestaltet“ ins Leben gerufen. Die zugehörigen Workshops wurden von Studierenden aller Fachbereiche konzipiert, geplant, gestaltet und durchgeführt.
Ziel des Seminars war es, einen Rahmen zu organisieren, in dem Schülern und Schülerinnen zwischen 16 und 19 Jahren ein Einblick in die Fächer Typographie, Sound, Video, Performance, Trickfilm, Grafik-Design, Produktdesign, Gamedesign und Fotografie ermöglicht wurde. Von den 400 Anmeldungen konnten aus Kapazitätsgründen nur die ersten 114 am Oh!Camp teilnehmen. Zukünftig soll das Oh!Camp als jährliche Institution organisiert werden.
2. Das Stipendium der Fördergesellschaft (5.000 €)
2.500 € für das Projekt „Ballmaschinen“ von Carmen Donet (Prof. Jermolaeva)
Zwei Ballmaschinen, im Abstand von 10 Meter zueinander, angetrieben von Elektromotoren, spielen sich gegenseitig einen Ball zu. Dieses Spiel geschieht mit äußerster Präzision. Der Ball wird auf den Boden geschossen, prallt ab und landet im Korb der gegenüberstehenden Maschine. Der Vorgang ist als Loop konstruiert. Obwohl Carmen Donet sich während ihres Studiums vor allem mit Video und Film auseinandergesetzt hat, wagt sie als Diplomarbeit mit ihren Ballmaschinen einen plastischen, zeitbasierten Eingriff in die Realität. Es ist ein skulpturaler Versuch der Abkehr von den neuen Medien und ihren komplexen digitalen Mechanismen. Der zeitliche Ablauf des Ballwechsels ist als Loop konstruiert, der räumlich das mathematische Symbol der Unendlichkeit beschreibt.
2.500 € für Fotoserie „Abgeschrieben“:
Laura Jungmann, Kati Sontagova, Susanne Feldt (Prof. Maier-Aichen)
Laura, Kati und Susi entdeckten bei ihren Rundgängen durch den Sperrmüll
Alltagsgegenstände/Objekte, die Geschichten erzählen. Daraus inszenierte das Trio neue Räume für einen Abend, ein paar Stunden, die sie mit ihrer Anwesenheit füllten – lokale und zeitliche Soziogramme einer Wegwerfgesellschaft. Die dazugehörige Fotodokumentation umfasst fünf Abende.
3. Das Stipendium der Fördergesellschaft (2.500 €)
1.250 € für die Sonderausgabe der Munitionsfabrik „Heinrich Klotz, Rektoratsreden“: Simon Bieling, Bianca Elmer, Hasan Halilovic, David Howoldt, Emanuel Klieber, Oliver Krätschmer, Stefanie Miller, Franziska Stöhr (Prof. Dr. Ullrich)
1.250 € für die Publikation „Re-Visionen der Moderne, Begegnungen mit Heinrich Klotz“: Judith Rottenburg, Henning Arnecke (Prof. Dr. Ullrich)
Beide Publikationen sind Heinrich Klotz gewidmet und sind wichtige Beiträge zur Geschichte und Traditionswahrung der HfG (sowie des ZKM). Besonders verdienstvoll ist, dass die Herausgeber (im einen die Redaktion der Munitionsfabrik, im anderen Fall Henning Arnecke und Judith Rottenburg) die Arbeit an den Publikationen gänzlich aus eigenem Antrieb begonnen und völlig selbständig durchgeführt haben. Das ist nicht nur ein besonderes Exempel von studentischem Engagement, sondern vor allem beeindruckt auch, welch hohes Niveau beide Publikationen erreicht haben. Beides sind hochprofessionelle editorische Leistungen.
4. Das Stipendium der Heinrich-Hertz-Gesellschaft (2.500 €)
„OMEGA, Trickfilm 2010“: Eva Franz, Andreas Goralczyk (Prof. Bielicky)
Das Konzept des multimedialen Trickfilms mit Stopp-Motion-Tricktechnik, computergesteuerter 3D-Animation, Computergrafik, Miniatursets, Fotoelementen und anderen Collagetools erzählt die Geschichte einer posthumanen Evolution von kleinen und gigantischen Elektroschrott-Wesen, von denen eines, das Ohm, mutiert. Realisiert wird das Projekt von Franz und Goralczyk sowie von Studenten aus allen Fachbereichen der Medienkunst der HfG. Es ist also auch eine studentische Plattform. Der Betrachter erfährt aktuelle Fragestellungen mit eindeutigen Bezügen zu aktuellen Umwelt-Themen, zur stetigen Entwicklung künstlicher Intelligenz und Datennetzwerken, die die Jetzt-Welt der Menschen mitgestalten.
5. Das Stipendium der Fördergesellschaft für das Institut für Musik und Akustik (2.500 €)
Das Stipendium erhält Luis Pena (Prof. Brümmer). Er hat im ZKM bereits das "Donny G" Projekt zusammen mit anderen Komponisten realisiert. Weiterhin hat er das große Tanzprojekt "IX Herculean" mit einer 100% Förderung durch die European Cultural Foundation am ZKM realisiert. Er plant nun seine Werke für eine CD im ZKM aufzunehmen und zu veröffentlichen.
6. Das Heinrich Klotz Stipendium (10.000 €)
Das Heinrich Klotz Stipendium wird in diesem Jahr dazu verwendet einen Wettbewerb für die Neugestaltung des ZKM-Besucherrestaurants und Cafes auszuschreiben. Teilnahmeberechtigt sind alle Studenten der HfG. Es werden drei Preise in Höhe von 5.000 €, 3.000 € und 2.000 € ausgeschrieben. Ziel ist ein völlig neuartiges Konzept zu erhalten, um einen attraktiven, besucherorientierten Mittelpunkt und Treffpunkt im ZKM zu schaffen.
Internet: www.foerdere.de
