CONFESS GIDDINESS
Unter dem Titel CONFESS GIDDINESS haben sechs Studierende der HfG, fast alle aus dem Studiengang Medienkunst, eine Ausstellung in der Anna Klinkhammer Galerie konzipiert, die noch bis zum 04. Februar in Düsseldorf zu sehen ist. Die Ausstellung zeugt von der freundschaftlichen Verbundenheit der Studierenden, die – ohne sich als Künstlergruppe zu verstehen – einen ästhetischen Gemeinsinn zur Schau stellen.
Die Besucher erwarten einerseits minimalistische Fotografien, wie Jan Benjamin Erbeldings "Fotos von Glas" (2011), eine Reihe gerahmter Fotos in Passepartouts, die auf den ersten Blick nichts als einen Hintergrund zeigen. Das bedeutungsvolle Geheimnis der Arbeit besteht darin, dass es sich bei den gefundenen Fotografien um Bilder von Glasscheiben handelt. Auf diese Weise führt Erbelding das Medium Fotografie sprichwörtlich vor.

Die Arbeit "This is a PHOTOGRAPH" (2011) von Hannah Cooke zeigt, wie sie eine von ihr angefertigte, fast identische Kopie des Bildes "facsimile" der Künstlerin Nancy Holt in einem Ausstellungsraum austauscht. Hannah Cooke rückt somit den Fokus auf die Frage nach dem ideellen Wert von Kunst, zugleich spielt sie aber durch die Dokumentation ihrer Grenzüberschreitung mit dem latenten Voyeurismus und der Neugier des Betrachters.
Wataru Murakami übermalt, kaum merklich, leise aber sehr wirkungsvoll, Fotos von Landschaften mit weißer Farblasur. Beim Betrachten seiner Bilder lässt sich die Frage vernehmen, wie eigentlich fotografische Bilder zu verstehen seien, die schließlich nichts weiter enthalten, als den direkten Abdruck des Realen auf einer lichtempfindlichen Schicht. Wie kann die Gleichgültigkeit der "Objektivität", von der das fotografische Bild Zeugnis ablegt, in einen Bildraum greifbar gemacht werden?

Über die Fotografien hinaus sind in der Ausstellung CONFESS GIDDINESS eine Reihe plastische und skulpturale Objekte zu sehen. Tina Becker zeigt experimentelle Formen, die mittels gezielter Detonationen von Edelstahlblechen entstanden. So erzeugte sie "besitzbare" Objekte, die formal an Freischwinger-Stühle erinnern. Ihre explosive Arbeit dokumentierte die Produktdesign–Studentin mit einem Video, das ebenfalls in der Ausstellung zu sehen ist.
"Das Karussell" (2011) von Oskar Klinkhammer ist ein kinematographisches Objekt, eine Maschine, die in Echtzeit einen Film generiert und an die Galeriewand projiziert. Die aus Versatzstücke wie dem Abguss eines menschlichen Gebisses, konservierten Insekten oder dem Zitat der Schaukelnden bei Fragonard bestehende und sich quietschend drehende Arbeit evoziert die Assoziation mit dem sprichwörtlichen Karussell des Lebens.
Bei Elke Hennens "Spiegel-Möbel mit Objekten" (2011) handelt es sich um eine dekonstruierte Frisierkommode der 40iger Jahre. Bestückt mit attributhaften Objekten morbiden Charakters wie knochenartigen Gebilden mit Pelz, einem stark vergrößerten Kerbtier, schwertfischähnlichen, länglichen Teilen mit Gebein oder einem einzelnen Creeper komponiert Elke Hennen ein fetischisierendes Panoptikum.
CONFESS GIDDINESS ist am 04. Februar zum letzten Mal im Rahmen der "Düsseldorf Photo Weekend" zu sehen.
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CONFESS GIDDINESS
Anna Klinkhammer Galerie
Bis 04. Februar 2012
Herderstraße 20, 40237 Düsseldorf
Internet: http://www.anna-klinkhammer.de/
